Nach Brand: Wie riskant sind Elektrogeräte?

Eine fünfköpfige Familie hat in der Nacht zum Dienstag großes Glück gehabt: Wie berichtet, ist in ihrem Haus in Jedesheim ein Feuer ausgebrochen – laut Illertisser Polizei könnte eine Mikrowelle den Brand ausgelöst haben. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen.

Herr Schmidt, Sie haben aufgrund ihres Berufs als Kreisbrandrat regelmäßig mit Fragen zum Brandschutz zu tun. Wie leicht kann denn eine Mikrowelle in Flammen aufgehen?

Bernhard Schmidt: Da muss man unterscheiden, ob die Mikrowelle in Betrieb ist und das Feuer durch Überhitzung des Essens entsteht oder ob beispielsweise metallische Gegenstände in der Mikrowelle vorhanden sind, die zu einem Brand führen können. Es kommt also darauf an, ob die Mikrowelle falsch bedient wird oder einen technischen Defekt hat.

Kann eine Mikrowelle auch im nicht betriebenen Zustand Feuer fangen?

Schmidt: Das ist ein sehr seltener Fall. Da müsste ein technischer Defekt des Gerätes vorliegen. In Betrieb kann es durch Überlastung der Elektroinstallation zu einem Brand kommen. Wenn etwa das Gerät an einer Verteilersteckdose, die für 1500 Watt ausgelegt ist, angeschlossen ist – und diese mit 5000 Watt belastet.

Wie gefährlich sind Elektrogeräte?

Schmidt: Generell ist es wichtig, dass man die Elektrogeräte überprüfen lässt und in älteren Häusern nachsieht, ob die Leitungen überlastet sind. Man sollte die Geräte im besten Fall unter Aufsicht betreiben. Besonders die, die viel Wärme erzeugen, wie Toaster oder Wäschetrockner. Ich sollte den Trockner nicht morgens anschalten und das Haus verlassen. Wer die Dinge im Auge hat, kann reagieren. Das geht natürlich nicht immer. Problematisch sind aber Handyladekabel, da diese den Strom aus der Steckdose heruntertransformieren. Mit einer Spannung von 220 Volt lade ich kein Handy. Und dieses Heruntertransformieren wird in den schmalen Steckern gemacht, da entsteht Wärme. Deshalb rate ich dazu, das Handyladekabel nach dem Laden auszustecken. Das gilt übrigens für alle Akkus: Lieber einmal mehr ausstecken, als einmal weniger.

Und was sollte getan werden, wenns doch brennt?

Schmidt: Wenn ich mich nicht selbst gefährde, sollte ich die Türen schließen und Löschversuche starten. Mit Feuerlöschern im Haus lässt sich der Schaden reduzieren. Dann sollte ich mich in Sicherheit bringen und die Feuerwehr rufen.

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