Auerbacher Bürgermeister: Silber bei Olympia größter Erfolg

Manfred-Deckert-Olympiade-Auerbach-Vogtland-SilberIn entscheidenden Momenten da sein, es auf das Podest schaffen. So könnte das Motto von Manfred Deckert gelautet haben. Seine sonstigen internationalen Ergebnisse spielten sich eher im zweistelligen Bereich ab. Aber bei den Olympischen Winterspielen 1980 in Lake Placid stand er plötzlich auf dem Silbertreppchen.

Von Udo Hentschel

Auerbach – Bereits 1972 in Sapporo und 1976 in Innsbruck standen DDR-Skispringer bei Olympia auf dem Treppchen. Rainer Schmidt und Henry Glaß holten jeweils Bronze auf der Großschanze. Auf der Normalschanze standen bis 1980 dagegen schon mehrfach Erfolge zu Buche.

1956 in Cortina d’Ampezzo Harry Glaß Bronze, 1960 in Squaw Valley Helmut Recknagel Gold, was Hans-Georg Aschenbach in Innsbruck wiederholen konnte und noch durch Silber von Jochen Danneberg grandios ergänzt wurde. Alle Springer waren zum Zeitpunkt ihres olympischen Erfolges bereits über 20 – und Manfred Deckert…

„Beeindruckend war erstmal, überhaupt eine Medaille zu gewinnen. Dann auch noch Silber und dass als gerade mal 18-Jähriger. Zu dieser Zeit aber gleich zwei Mal nacheinander über dem Teich unterwegs zu sein (Nordische Junioren-WM 1979 in Quebec), war für mich damals auch irgendwie kaum greifbar“, erinnert sich der gebürtige Hallenser.

Ein Blick auf die Anfahrtshaltung offenbart zudem: Im Olympia-Winter von Lake Placid hatte sich auch etwas verändert. Die Arme befanden sich plötzlich angelegt am Körper. „Das war schon eine Umstellung. Es ging viel schneller Richtung Absprung.“ Gesprungen wurde damals auch noch im Parallelstil.

Erst Ende der 80er entstand der von Jan Boklöv erfundene V-Stil. Auch was für Deckert? „Dieser Sprungstil erfordert ein ganz anderes Körpergewicht. Interessant wäre es schon gewesen. Es hätte intensives Training bedurft. Aber Jens Weißflog hat es ja auch erfolgreich geschafft“, konstatiert der viermalige DDR-Meister.

Seine Olympia-Silbermedaille teilte sich der Sieger der Vier-Schanzen- Tournee von 1981/82 mit dem Japaner Hirokazu Yagi. Die Japaner standen und stehen ja für akkurate Haltung in der Luft und sensationellen Telemark. Genau besagte Haltung ist das einzige Bewertungselement, welches noch nicht per Computer benotet wird.

„Mit fünf Punktrichtern und den Streichwerten ist das schon gerecht. Aber dass Weite, Wind und vieles mehr klar geregelt und computergestützt sind, das ist jetzt schon toll“, geht Deckert auf die Gerechtigkeit seines Sports ein. Auch zu den Zwischendurch- Interviews hat er eine klare Meinung: „Klar, im Boxen kommt auch kein Reporter in der Rundenpause und fragt irgendwas.

Aber der Skisport lebt mehr und mehr von den Sponsoren, insbesondere bei den Weltcup-Springen. Nur, die Fragen könnten manchmal wirklich gescheiter sein.“ Trainer wollte der heute 56-Jährige nie werden. Er nahm allerdings vieles aus dem Sportlerleben mit in sein jetziges Wirken als Bürgermeister: „Tugenden wie Kampfgeist, auch mal die Ellenbogen einzusetzen und ein breites Kreuz zu haben, das kann man heute gut gebrauchen. Da war vor allem das Behaupten im Funktionärs- Kreisel, der sich permanent um einem herum bewegte, eine gute Schule.“ Der Funktionärs-Kreisel hatte in jenen Tagen nicht nur Aufsichtspflichten.

Er sorgte auch für eine, damals politisch orientierte Euphorie. Selbige schlägt heute auch gelegentlich manch hohe Welle. „Ja, das ist schon ein ungeheurer Druck, der auf den Sportlern über die Medien ausgeübt wird. Da muss das Team gut funktionieren. Das Beste ist immer, wenn mindestens einer auf dem Podest landet.“

Das haben die Wellinger, Freitag, Leyhe, Geiger und Eisenbichler in Pyeongchang ja ganz gut hinbekommen. Vielleicht auch, weil Manfred Deckert natürlich immer noch mit dem Herzen ein Skispringer geblieben ist, „kräftig die Daumen drückt und wenn es die Zeit erlaubt alle Wettkämpfe im Fernsehen, wenn es in der Region passiert, natürlich auch live verfolgt.“

2018-02-22

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