Nach Feuerdrama: Der fünfte Brand beim selben Vermieter

Foto: Tilo SteinerBild 1 / 3Viele von Frank Bürners 150 Wohnungen liegen in Plauen.

Foto: Ellen LiebnerBild 2 / 3In diesem Haus an der Dürerstraße starben am Montag zwei Menschen und sechs Hunde. Das Haus gehört Frank Bürner. Bereits Ende Dezember hatte eines seiner Häuser gebrannt.

Foto: Ellen LiebnerBild 3 / 3

Frank Bürner bezeichnet sich selbst als Immobilienkönig. Zuletzt hat es aber oft gebrannt in seinen Häusern. In zwei Jahren gab es fünf Feuer. Tragischer Höhepunkt war ein Brand am Montagmorgen. Zwei Menschen starben.

Von Manuela Müller und Ellen Liebner (Fotos)
erschienen am 08.02.2018

Plauen. In seinen Häusern leben Menschen, die schwer eine Wohnung finden, sagt Frank Bürner über die Bewohner. Roma-Familien, Crystalabhängige und auch Prostituierte. Das gehöre zu seinem Geschäftsmodell: "Ich kaufe billige Wohnungen, und die Miete für meine Leute überweist meistens das Amt."

In letzter Zeit geraten seine Objekte immer wieder in die Schlagzeilen. Zuletzt am Montag. Das Dachgeschoss eines Bürner-Hauses an der Dürerstraße brannte. Das Feuer war so schlimm, dass zwei Menschen starben und einer lebensbedrohlich verletzt wurde. Die Identität der Opfer ist noch nicht geklärt, sagte ein Polizeisprecher gestern. Bürner zufolge handelt es sich bei den Toten um einen jungen Mann und eine junge Frau.

Es war nicht der einzige Brand in seinen Häusern. Binnen zwei Jahren gab es fünf Feuer. Zwischen den letzten beiden liegen nur viereinhalb Wochen - und 300 Meter. Kurz vor Silvester brannte sein Mehrfamilienhaus an der Trockentalstraße. Jemand hatte es im Keller angezündet, so die Polizei.

Die Geschichte schlug Wellen, weil dort vor allem Roma-Familien aus der Slowakei lebten. Frank Bürner brachte einige der Slowaken anschließend in der Dürerstraße unter. Dort brannte es nun ebenfalls, gut einen Monat später. Zur Brandursache gibt es noch keine Hinweise, Polizeisprecher Oliver Wurdak: "Die Ermittlungen werden nach wie vor in alle Richtungen geführt."

Drei weitere Bürner-Immobilien brannten seit Ende 2015 in Plauen. Etwa im Sommer 2017 ein Mehrfamilienhaus an der Thiergartner Straße. Als Ursache nennt die Polizei einen technischen Defekt. Bewohner sollen illegal Strom gezapft haben, wodurch ein Kühlschrank in Brand geraten sei.

Ende April 2017 Feueralarm an der Hans-Sachs-Straße. Drei der Garagen und Schuppen, die Frank Bürner dort gekauft hat, fielen den Flammen zum Opfer. Es gab mehrere Brandherde. Wie kleine Explosionen habe das ausgesehen, erzählten Augenzeugen. Das deute auf Brandstiftung hin, hieß es damals. Die Ermittlungen seien noch nicht abgeschlossen, sagte die Polizei gestern. Unklar sei auch, ob das Feuer gelegt wurde. In den Schuppen hatte Bürner Möbel für seine Mieter stehen: "Die Mieter waren Bulgaren, die bei mir beschäftigt waren. Sie haben meine Häuser gereinigt."

Brand Nummer fünf: im Dezember 2015, wieder eine Brandstiftung. Im März steht deswegen eine junge Frau vor Gericht. Sie soll in ihrer Wohnung an der Reißiger Straße einen Zeitungsstapel angezündet haben, so ein Gerichtssprecher. Dabei atmete sie selbst Rauchgas ein und musste ins Krankenhaus. Eine Rolle sollen damals Drogen gespielt haben, heißt es.

Bürner, 55, kaufte vor acht Jahren seine ersten Wohnungen in Plauen. Er habe im Internet nach billigen Immobilien gesucht und sei auf Plauen gestoßen. 150 Wohnungen besitze er inzwischen, die meisten davon in Plauen. "Ich bin kein Baulöwe, sondern Immobilienkönig", sagt er über sich selbst.

Er macht kein Geheimnis daraus, dass in manchen Wohnungen Prostituierte arbeiten. "Ich vermiete aber nicht direkt an Prostituierte", sagt er. Der Mann, der eine Wohnung an Plauens roter Meile von ihm habe, zahle 50 Euro mehr Miete. Das sei der Deal. Bürner kaufe billig, um an Randgruppen zu vermieten. Das Geschäftsmodell praktiziere er auch in anderen Bundesländern. "Ich habe einige Mieter mit Mietschulden. Ich glaube aber an das Gute im Menschen", sagt er.

Gestern Nachmittag durften seine Mieter von der Dürerstraße in ihre nach Qualm riechenden Wohnungen gehen und ihre Habseligkeiten packen. Manche hat Bürner nach eigenen Angaben in anderen Wohnungen untergebracht. In dem Brandhaus hatte es erst Ende Januar einen Großeinsatz von Jugendamt und Polizei gegeben. Die Behörden hatten Hinweise auf Kindeswohlgefährdung bekommen, fanden aber vor Ort keine Hinweise.

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